Podcasts Pay Gap 51: Arbeitsplätze gemacht für Männer 19.10.2026 In der neuen Folge des Podcasts „Pay Gap“ sprechen die Autorinnen über den Körper, biologische Faktoren und Prozesse. Sie gehen also buchstäblich der Frage auf den Grund, was es bedeutet, als Frau auf dem Arbeitsmarkt zu stehen. Zum Anhören (CZ) hier Die Karriereberaterin Lucie Václková und die Juristin und Gewerkschafterin Šárka Homfray widmen sich in dieser Episode dem weiblichen Körper im Arbeitsumfeld und der Frage, inwieweit die Arbeitsbedingungen dessen spezifische Bedürfnisse berücksichtigen. Sie weisen darauf hin, dass sich die Debatte über die biologischen Bedürfnisse von Frauen häufig auf Schwangerschaft, Mutterschaft und Menstruation beschränkt, während andere Aspekte kaum Beachtung finden. Sie thematisieren beispielsweise ungeeignete Arbeitskleidung, die Temperatur am Arbeitsplatz oder den eingeschränkten Zugang zu Toiletten. Gleichzeitig hinterfragen sie stereotype Vorstellungen über den Einfluss des Menstruationszyklus auf die Fähigkeiten, Konzentration und Kreativität von Frauen, für die es laut wissenschaftlichen Untersuchungen keine überzeugenden Belege gibt. Darüber hinaus befassen sich die Autorinnen mit konkreten Beschwerden im Zusammenhang mit der Menstruation, die den Arbeitsalltag erschweren können, etwa starken Schmerzen, Migräne oder Müdigkeit. Sie weisen darauf hin, dass Frauen trotz solcher Beschwerden häufig weiterarbeiten, während ihr Umfeld möglicherweise gar nicht weiß, was hinter einer verminderten Leistungsfähigkeit oder einer Fehlzeit tatsächlich steckt. Ein weiteres Thema sind die Perimenopause und die Menopause, deren Symptome nicht nur das Berufsleben, sondern auch die psychische Gesundheit, das Einkommen und die weiteren Karrierechancen beeinflussen können. Besonders herausfordernd kann diese Lebensphase sein, wenn Frauen gleichzeitig Kinder oder alternde Eltern betreuen. Werden diese Beschwerden ignoriert, kann dies zu einer zusätzlichen Belastung der Arbeitnehmerinnen und zum Verlust erfahrener Mitarbeiterinnen führen. Abschließend diskutieren die Autorinnen Möglichkeiten, das Arbeitsumfeld besser an unterschiedliche körperliche Bedürfnisse anzupassen. Sie halten vor allem eine offene Kommunikation ohne Spott, mehr Flexibilität, einen leichteren Zugang zu krankheitsbedingten freien Tagen, geeignete Arbeitskleidung und die Möglichkeit, die Temperatur am Arbeitsplatz zu beeinflussen, für wichtig. Gleichzeitig betonen sie, dass Unterstützungsmaßnahmen nicht dazu führen dürfen, dass Frauen bei der Einstellung oder beim beruflichen Aufstieg diskriminiert werden. In der Episode sprechen sie daher auch über Menstruationsurlaub, einen Anspruch auf bezahlte Krankheitstage (Sick Days), die Verfügbarkeit von Toiletten, die sogenannte Gender Pee Gap, die Einstellung von Klimaanlagen sowie den Zusammenhang zwischen Menopause und Altersdiskriminierung. Im Mittelpunkt steht die Notwendigkeit, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das die Vielfalt menschlicher Körper und ihrer Bedürfnisse berücksichtigt, anstatt von der Vorstellung eines universellen Arbeitnehmers auszugehen. Der Podcast entsteht mit Unterstützung der Vertretung der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Tschechischen Republik.